Hammerfest – Alta 05-06-07-07-2026
Bevor es am Sonntag von Hammerfest nach Alta ging, haben wir noch einen kleinen Spaziergang zur Kirche unternommen. Ein Strickladen, in dem es leckeren Kaffee gab, säumte den Weg. Nichts wie rein, einen Kaffee für mich, eine volle Tüte für Christel. Die Fahrt von Hammerfest nach Alta verlief teilweise durch die Tundra, eine sehr karge Landschaft. Kein Baum, kein Strauch, nur weites Land, soweit das Auge reicht. Die armen Radfahrer, die wir auf der Strecke überholt haben, oder die noch auf dem Weg zum Nordkap sind. Es hat teilweise mächtig gestürmt und geregnet. Weit und breit keine Möglichkeit, sich unterzustellen oder ein Quartier zu finden. Es ist über lange Distanzen kein Haus zu sehen. In Alta gab es einen kleinen Lauf, bei dem mich Möwen angegriffen haben. Bin wohl an ihren Brutstätten vorbeigelaufen. War selten so schnell unterwegs. 14 km/h, aber nur ein kurzes Stück, dann war der Spuk vorbei.
Montag ging es zum Alta-Canyon, dem 14 Kilometer langen und 425 Meter tiefen und damit größten Canyon in Nordeuropa. Laut einer Beschreibung geht die Tour von einem Parkplatz, den wir nur über eine wirklich sehr schlechte Holperstrecke erreicht haben, los. Nach kurzer Zeit der Wanderung stellte sich allerdings heraus, dass das wohl eine falsche Info war. Denn wir sollten nach 1,5 Stunden den Canyon erreicht haben. Nach 3 Kilometern und 1,5 Stunden Wanderung standen wir vor einem Fluss, der nur schwer zu überwinden war. Es lagen dort ein paar Bretter oder man hätte es über die glitschigen Steine versuchen können. Da wir keine Wechselwäsche dabei hatten, haben wir uns entschlossen, den Rückweg anzutreten. Nun stehen wir wieder am selben Platz auf dem Campingplatz in Alta.
Alta-Storslett-07-08-07-2026
Gestern Abend haben wir mal wieder allein auf dem Campingplatz geschlafen. Es standen dort nur Hütten, die wohl nur an den Wochenenden von den Einheimischen benutzt werden. Der Platz lag nur 13 Kilometer von unserem nächsten Abenteuer entfernt. Morgen früh um 10:00 Uhr haben wir eine Verabredung mit Chris-Hugo. Eine Fahrt mit einem Boot zum Wasserfall. Also früh aus dem Bett.
Die Fahrt zum Treffpunkt verlief, wie wir es schon kennen, 13 Kilometer über eine Schotterstraße. Für das Wohnmobil ist es auf unserer Tour durch den Norden eine Testfahrt.
Am Ziel angekommen, kein Boot, kein Chris-Hugo – mmhh. Mit dem waren wir verabredet. Nur noch 8 Personen, die auch die Tour gebucht hatten. Dann endlich kam Chris-Hugo mit seinem Kollegen. Zwei Boote, denn es passen ja nur 5 Personen in ein Boot. Das Einsteigen ging streng nach Gewicht. Die leichten hinten, die schweren nach vorne. Schön in der Mitte sitzen bleiben und nicht aufstehen. Ab ging die wilde Fahrt über den Fluss, der nicht immer ganz ruhig war. Aber der Kapitän hat sich Mühe gegeben, dass niemand nass wird. Eine aufregende und spannende Fahrt mit vielen Eindrücken von der Natur. Am Ziel angekommen ging es ein paar Meter durch den Wald bis zum Wasserfall Mollisfossen.
Der Mollisfossen ist einer der beeindruckendsten Wasserfälle im Norden Norwegens und liegt im Reisa-Nationalpark. Mit einer Fallhöhe von etwa 269 Metern zählt er zu den höchsten Wasserfällen des Landes. Ein Teil des Wassers stürzt rund 140 Meter frei in die Tiefe.
Bevor es mit dem Boot wieder Richtung Start ging, gab es vorher noch am Lagerfeuer einen Kaffee, einen Koke Kaffee. Das ist ein Kaffee, der direkt ins heiße Wasser gegeben wird und dann langsam zu Boden sinkt. Nicht mehr umrühren, ansonsten hat man das Kaffeemehl in der Tasse. Ein toller Tag mit einem super Erlebnis geht zu Ende.
Storslett-Botnhamn-08-09-07-26
Nach unserer wilden Bootsfahrt ist bis heute nicht viel passiert, außer dass wir eine Wanderung am Steinsdalbreen geplant hatten. Dort angekommen war es schon relativ spät. Eine 6-Stunden-Wanderung nach einer langen Fahrt. Keine gute Idee. Also einen Schlafplatz suchen. In der Nähe leider ohne Erfolg. Also ab zum nächsten Campingplatz. 40 Kilometer weiter. Dort angekommen – das war wohl nichts. Alle Informationen aus dem Netz, inkl. der Google-Bilder, auf denen wir vorher nachgeschaut hatten, altes Zeug und 10 Jahre alt. Denn als wir an dem vermeintlichen Campingplatz angekommen sind, stand da ein Wohnhaus. Der Eigentümer sagte uns: „Das steht hier schon 10 Jahre.“ So viel zu den Infos im Netz. Also keine Wanderung am nächsten Tag. Weiter nach Botnhamn, das liegt auf der Insel Senja. Einige nette Tiere haben sich wohl auf der Bootsfahrt an meinem rechten Bein zu schaffen gemacht. Einmal rum, alles zerstochen. Sieht echt böse aus. Wir arbeiten an einer Linderung.
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Es gibt eine gute Nachricht: Das Bein hat die Nacht überlebt. Super. Dann konnten wir ja beruhigt auf den Barden klettern. Obwohl Klettern nicht ganz korrekt ist. Es war wohl eher eine Wanderung durch eine Sumpflandschaft. Es ging 2 Kilometer über die Sumpflandschaft stetig nach oben. Eine zum Teil glitschige Angelegenheit und ein Test für die Dichtheit unserer Wanderschuhe. Nach einem kleinen Abstecher nach Senjahopen, wo es in einem Café eine leckere Waffel gab, ging die Fahrt weiter, einmal rund um die Insel Senja. Die Insel hat ein paar Highlights zu bieten, bei denen ein Stopp lohnt. Den Tag haben wir dann in Finnsnes auf einem Campingplatz mit einer super Aussicht beendet.
Heute haben wir dann nach kurzer Fahrt das Krankenhaus in Finnsnes besucht. Super Service, keine Wartezeit. Zwei Krankenschwestern haben sich das Ganze angeschaut. Aber da sie sich nicht sicher waren, haben sie das Übel fotografiert, um es dann einem Arzt zu zeigen. Der hat sich das dann angesehen und uns später über den Befund per Telefon informiert. Das Bein kann dranbleiben. Laufen geht auch wieder, das wurde mir in der Zwischenzeit von meinem Pflegepersonal verboten. Man weiß ja nie. Dann haben wir auch noch für den Kampf gegen die Mücken aufgerüstet. Ein Thermacell MR 300 ist es geworden. Soll funktionieren, sagt das Internet. Wir werden berichten.
Hier die Strecke 1 Hier die Strecke 2
































