2026 Finnland Woche 2

Tampere-Jämsä-22-06-26

Heute haben wir mal richtig Kultur gehabt. Zuerst haben wir in Korpilahti den Hügel Oravivuori erklommen. Oravivuori ist ein markanter Hügel in Korpilahti, der für seinen historischen Vermessungspunkt und die spektakuläre Aussicht bekannt ist. Der Gipfel beherbergt eine der Stationen der historischen Struve-Kette.

Der Struve-Bogen (Struve-Kette)
Dies ist eine historische, 2.820 km lange Kette von Vermessungspunkten, die sich vom Eismeer in Norwegen bis zum Schwarzen Meer erstreckt. Sie wurde zwischen 1816 und 1855 vom deutsch-baltischen Astronomen Friedrich Georg Wilhelm Struve errichtet. 

  • Zweck: Mit der Kette konnte erstmals ein langer Meridianabschnitt exakt vermessen werden. Dies trug maßgeblich dazu bei, die genaue Form und Größe der Erde zu bestimmen.
  • UNESCO-Welterbe: Wegen ihrer wissenschaftlichen Bedeutung ist die Kette seit 2005 Teil des Unesco Welterbes.

Danach ging es zum nächsten Unesco Weltkulturerbe.

Die alte Kirche von Petäjävesi ist eine zwischen 1763 und 1764 erbaute Holzkirche in der finnischen Gemeinde Petäjävesi. 1994 wurde sie in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Der Höhepunkt aber war das Essen auf dem Campingplatz. Elch mit Kartoffelstampf und Johannisbeeren. Den Elch hat der Koch selbst erlegt und perfekt zubereitet. Einfach lecker.

Hier die Strecke

 

Jämsä-Hankasalmi-Nurmes – 23-24-06-26

Auf der Fahrt von Jämsä nach Hankasalmi gab es einen kleinen Zwischenstopp in Jyväskylä, der Stadt des Lichtes. Aber bei hellem Sonnenschein und selbst in der Nacht wäre von dem Lichtspektakel nichts zu sehen, denn es ist auch hier nachts noch zu hell. Dafür gab es als Ausgleich in einem Museum einen riesigen Wollladen. Ich habe Christel dort verlassen, um mir in einem Café einen Cappuccino zu trinken. Als Christel dann mit einer riesigen Tüte wieder kam, ging die Reise weiter nach Hankasalmi.

Die gestrige Nacht haben wir allein mit unserem Wohnmobil 2 Meter vom Wasser verbracht. Nach einem ausgiebigen Frühstück, Haferflocken mit Milch und Obst, ging es weiter Richtung Norden. In Puu-Juuka gab es in einem netten Café, das auch ein Laden mit jeder Menge Krimskram war, eine Kleinigkeit zu essen. Bevor es weiterging, haben wir uns noch die alten Holzhäuser in Puu-Juuka angeschaut.

Puu-Juuka ist ein historisches, denkmalgeschütztes Holzhausviertel in der Gemeinde Juuka in Nordkarelien, Finnland. Es ist bekannt für seine gut erhaltene finnische Bautradition aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert und liegt malerisch nahe dem Koli-Nationalpark am See Pielinen.

Diese Nacht verbringen wir in Nurmes, direkt an einem Golfplatz. Es ist nett hier.

Strecke von Jämsä-Hankasalmi                           Stecke von Hankasalmi-Nurmes

 

 

Nurmes-Tyrövaara-25-06-26

So, bald ist es so weit. Christel ist schon ganz aufgeregt. Wir lassen uns überraschen, was passiert. Übrigens passiert: Heute Morgen ist uns aufgefallen, dass der Ablauf für das Schmutzwasser gebrochen ist. Hat wohl beim Rückwärtsfahren irgendwo den Bordstein berührt. Wir werden im Bauhaus ein neues Kunststoffrohr besorgen. Heute haben wir auf der Fahrt nach Tyrövaara einen Spaziergang durch den Musikalischen Wald in Korpiporo unternommen. Christel hat alle Musikinstrumente, die dort im Wald zu finden waren, ausprobiert. 60 Kilometer vor dem heutigen Ziel haben wir uns das Stille Volk angesehen.

An seinem jetzigen Standort befindet sich das Stille Volk seit Herbst 1994. Reijo Kela hatte sein Volk nicht als dauerhaftes Kunstwerk konzipiert, aber es entwickelte schnell ein Eigenleben.

Das Stille Volk wird zweimal jährlich umgezogen und trägt im Winter wärmere Kleidung, im Sommer leichtere. Jedes Jahr im Sommer werden auch die Köpfe erneuert – das Material dafür stammt direkt von dem Feld, auf dem die Figuren stehen.

Die Kleidung stammt aus Spendensammlungen, die von der Freiwilligengruppe Hanslankarit (dt. „Handlanger“) gemeinsam mit dem Wiesencafé und der Firma Kainuun Kuutamokeikat organisiert werden.

Morgen wird es hoffentlich spannend. Wir werden berichten.

Hier die Strecke

 

 

Työvaara-Kuusamo-26-06-26

So, der große Tag ist gekommen. Christel war sich lange Zeit nicht sicher, ob wir dieses Abenteuer wagen sollten. Sie hat dann aber doch ihren ganzen Mut zusammengenommen. Nach dem Frühstück, ich glaube, es war ein Haferflocken-Müsli, ging es Richtung Kuusamo. In Kuusamo haben wir noch einmal vollgetankt und nach dem Ersatzteil für Dusche und Abwasserbehälter gesucht. Ohne Erfolg. Die Suche nach einem Café verlief leider auch erfolglos, also ab zum Treffpunkt für das Abenteuer. Der lag noch einmal ca. 50 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Die letzten 13 Kilometer der Strecke führten über einen befestigten Feldweg mit unzähligen Schlaglöchern. Zwei Kilometer vor der russischen Grenze war der Treffpunkt mit Peeka, so hieß unser Guide, erreicht. Verabredet war 17:45 Uhr für das Treffen. Alles war vorbereitet: Kamera geladen, Speicher leer, Batterien vollgeladen. Getränke und etwas zum Essen hatten wir auch dabei. Es konnte also losgehen. Peeka fuhr mit seinem Pickup vorher und wir gingen zu Fuß die letzten 300 Meter zu dem Punkt, an dem es dann starten sollte. Dort angekommen haben wir es uns in einer Hütte, die extra für dieses Event ausgestattet war, gemütlich gemacht. Jeder hatte einen Fensterplatz und für die Fotografen waren Luken mit einem Stoffvorhang vorhanden. Peeka hat dann mit einem Quad in dem vor uns liegenden Gelände Lachsreste im Gras verteilt und an den Bäumen aufgehangen. Jetzt hieß es warten, keine Unterhaltung mehr, nur noch flüstern, und das für die nächsten vier Stunden. So war es angekündigt. Von 18.00 bis 22.00 Uhr. Zunächst passierte nichts. Durch den von Peeka verteilten Fisch wurden Möwen und Seeadler angelockt. Die haben versucht, etwas davon zu ergattern. Aber in dem hohen Gras ist es für die Möwen und Seeadler nicht so einfach, an die Beute zu kommen. Vereinzelt hatten die Seeadler doch Erfolg. Plötzlich, nach eineinhalb Stunden, wurden die Vögel unruhig und Peeka hat uns gebeten, ab jetzt Ruhe zu bewahren, auch kein Flüstern mehr. Und da war er, ein Bär. Auf den haben wir die letzten 90 Minuten gewartet. Ein junger Bär, ein Jahr alt. Etwas hat ihn gestört. Er hat sich auf dem Absatz umgedreht und verschwand im Wald. Ein kurzes Erlebnis. Aber die weitere Geduld und das Warten haben sich gelohnt. Wir hatten einen tollen Abend, mit unvergesslichen Bildern und Eindrücken von den Bären. Wir sind glücklich und zufrieden mit einem Bärenhunger ins Wohnmobil gekrochen, das wir am Treffpunkt (mitten in der Wildnis) für die Nacht parken durften. Zwei Kilometer vor der Grenze gab es kein Mobilfunknetz und die 2900 Fotos mussten auch erst einmal gesichtet werden. Es sind nur 63 Fotos übriggeblieben, der Rest ist im Mülleimer.

Hier die Strecke zu den Bären

 

 

Kuusamo-Juuma-Sodankylä 27-28-06-26

Nach unserem Abenteuer mit den Bären haben wir es die nächsten zwei Tage ruhiger angehen lassen. Am Samstag haben wir einen Stopp im Nationalpark Oulanka gemacht. Eine 5 Kilometer lange Wanderung durch den Nationalpark, bei der es ordentlich bergauf und bergab ging. Das alles, inkl. Balancieren über Holzbalken. Die liegen immer dort, wo der Untergrund moorig ist. Das musste für heute reichen.

Der Oulanka-Nationalpark liegt im Nordosten von Finnland nahe der russischen Grenze und gehört zu den bekanntesten Nationalparks des Landes. Er wurde 1956 gegründet und umfasst rund 270 Quadratkilometer.

Wir haben nur einen ganz kleinen Teil davon gesehen.

Hier die Strecke Kuusamo-Juuma             Hier die Strecke von Juuma-Sodankylä             

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Woche 3