Kilboghamn-Dønna-20-07-26
Jeden Tag eine gute Tat, sagt man so. Wir haben heute einen Tramper mitgenommen. Der stand mit einem riesigen Rucksack am Straßenrand. Ein Ami aus Kalifornien. Er ist mit kurzen Unterbrechungen seit 15 Jahren unterwegs. In Berlin war er zwei Jahre am Stück. Aber er sprach außer ein paar Wörtern kein Deutsch. Die anstehende Fährfahrt hat er dann noch kostenlos in unserem Wohnmobil absolviert. Klever. 10 Kilometer nach der Fähre trennten sich unsere Wege.
Die Insel Dønna war unser nächstes Ziel. Ohne Tramper ging es zu einem uns bekannten Campingplatz. Die 3 Kalver. Der Platz gehört uns. Kein anderes Wohnmobil oder Zelt zu sehen. Aber ein nettes Restaurant gibt es hier direkt am Platz. Es gab Stockfisch. Lecker. Das Essen musste ich mir aber vorher erst mit einer 20 Kilometer langen Fahrradtour erarbeiten. So ist Christel halt.
Dønna-Offersøya-21-07-26
Wir sind mit Regen wach geworden und schlafen mit Regen ein. Aber wir lassen uns den Tag durch ein bisschen Wasser nicht vermiesen. Also ab zu Heidis Schokoladentraum auf der Insel Dønna. Das ist ein traumhaftes Fleckchen Erde hier am Ende der Insel. Wir wurden herzlich von Heidi empfangen. Sie hat uns wiedererkannt. Wir sind heute zum vierten Mal hier bei Heidi. Der Ort scheint auf uns eine bestimmte Magie auszuüben. Christel hatte heute Morgen etwas Probleme mit ihrem Magen. Heidi stellte die obligatorische Frage, ob es uns gut geht. Nachdem ich ihr von dem Problem erzählt habe, hat Heidi kurzerhand die Krankenschwester vom Ort angerufen. Die kam dann auch prompt ins Café. Nach einem kurzen Gespräch verschwand sie, um Medikamente zu besorgen. Diese hat sie uns dann mit auf den Weg gegeben. Ein vorbildliches Verhalten von Heidi und der Krankenschwester. Danke dafür. Bevor wir uns endgültig von Heidi verabschiedet haben, gab es noch einen Gratis-Kaffee von Heidi. Wir werden wahrscheinlich nie wieder hier vorbeikommen.
Offersøy-Bindalseidet-Leka-22-23-07-26
Heute (Mittwoch) gab es einen kurzen Stopp an einem uns bekannten Ort. Dort haben wir im letzten Jahr eine Pizza aus dem mit Holz befeuerten Steinofen gegessen. Heute gab es nur Kaffee. Christel hat die Gelegenheit genutzt, um die weitere Route auszuarbeiten. Ich habe mich in der Zeit im Garten des Restaurants mit den hier in großen Mengen wachsenden Stachelbeeren und Johannisbeeren beschäftigt. Lecker, so frisch vom Strauch. Nach einigen Fährfahrten haben wir dann unseren Schlafplatz auf dem Campingplatz in Bindalseidet erreicht. Zum Abendessen gab es in dem Restaurant am Platz Baccalau und für Christel Hammel.
Am Donnerstag zeigt sich das Wetter von der guten Seite. Eine Gelegenheit, uns auf der Insel Leka den Übergang zwischen Erdkruste und Erdmantel anzusehen. Ein vermeintlich kurzer Weg, nur 2 Kilometer vom Parkplatz. Wir haben für die 2 Kilometer eineinhalb Stunden für den Hinweg benötigt. Dann war das Ziel erreicht. Eine Bank auf riesigen Felsbrocken. Der Weg dorthin war schon eine echte Herausforderung. Die heutige Nacht verbringen wir hier auf der Insel.
Übrigens: Wir haben den versprochenen Übergang zwischen den Erdschichten nicht wirklich erkannt.
Nebenbei gesagt. Hier auf dem Campingplatz gibt es einen kleinen Steinladen. Es werden dort die seltenen Steine von der Insel gezeigt. Außerdem verkauft die Chefin Schmuck aus den hier gefundenen Steinen. Was soll ich sagen? Christel hat jetzt einen umhängen.
Leka ist geologisch einzigartig. Die Insel besteht zu großen Teilen aus Gestein aus dem Erdmantel, das normalerweise viele Kilometer unter der Erdkruste liegt. Vor etwa 500 Millionen Jahren kollidierten tektonische Platten. Dabei wurde ein Stück des oberen Erdmantels an die Erdoberfläche geschoben. Geologen bezeichnen ein solches Gesteinspaket als Ophiolith.
Über Millionen Jahre formten
- Eiszeiten,
- Gletscher,
- Wind und Wasser
die heutige Landschaft mit ihren rötlich-braunen Bergen und den markanten Felsformationen.
Leka-Snåsa-24-07-26
Die Insel haben wir heute Morgen sehr früh verlassen. Wir hatten einen Plan. Ab nach Snåsa. Dort gibt es ein Café und einen Laden, in dem einheimische Produkte verkauft werden. Danach sollte es die 330 Stufen zum Bergsåsen hochgehen. Den Einstieg zu der Treppe haben wir nicht gefunden. Dafür einen anderen Weg. Dazu später mehr.
Erst einmal ins Café. Nett eingerichtet. Bei einer Waffel, ja, einer. Wir teilen uns immer alles, besonders die leckeren Süßigkeiten. Ja, die Figur. Kaffee gibt es in den meisten Cafés zum Nachfüllen, bis der Arzt kommt. Bevor es zu den Stufen ging, haben wir uns in dem Laden mit einheimischen Produkten eingedeckt. Dabei ist uns leider beim Transport zum Wohnmobil ein Glas Moltebeeren aus den Händen geglitten. Totalschaden. Also noch ein Glas besorgen, denn diese Zusammensetzung ist schon etwas Besonderes. 85 % Fruchtanteil. Das, was du hier sonst an Moltebeeren-Marmelade angeboten bekommst, hat maximal 40 %.
Dann ein paar Meter mit dem Auto zum Ausgangspunkt unserer Wanderung. Die Beschilderung war für uns wohl zu kompliziert, denn die Treppe haben wir nicht gefunden. Stattdessen einen steilen, glitschigen Pfad zum Ziel, den Bergsåsen. Den Gipfel haben wir nicht erreicht. Wir sind nach ein paar Hundert Metern umgekehrt. Es war uns dann doch zu gefährlich und die Gefahr bestand, dass wir böse auf den Hintern fallen.
Hier auf dem heutigen Campingplatz „Strindmoen Gard & Camping“ wird die elektrische Energie mittels eines kleinen Wasserkraftwerks selbst erzeugt. Der Betreiber hat dazu einfach einen vor der Tür vorbeilaufenden Wasserfall angezapft und betreibt damit eine Turbine mit einem Generator. Klever.
Snåsa-Hindrem-Trondheim-25-26-07-26
Am Samstag haben wir die Goldene Route abgefahren. Wir sind früh gestartet, denn samstags haben die Läden nicht so lange geöffnet. Auf der Strecke sind Bauernhöfe, Bäckereien, Keramikstudios und Brennereien verteilt. Alle paar Kilometer gibt es etwas Neues zu entdecken. Christel hatte sich gut vorbereitet, um ja keinen Laden zu verpassen. Den ersten Stopp gab es in einer Käse-Factory. Wir haben uns natürlich eingedeckt und anschließend noch ein hier hergestelltes Eis verkostet. Danach ging es schnurstracks nach Straumen, einer kleinen Stadt, in der die Läden in geballter Form auftreten. Ab zur Galerie Mitsel. Auch diese haben wir nicht ohne Einkaufstasche verlassen. Der nächste Halt war in einer Brauerei, in der über 20 verschiedene Biersorten hergestellt werden. Wir konnten leider nichts probieren. Wir müssen ja noch weiterfahren. Das geht hier besser ohne Alkohol. Am nächsten Punkt haben wir gelernt, dass man in Norwegen keine Reklame für Alkohol machen darf. Wir waren bei einem Obstbauern und durften alle Obstsäfte probieren, aber keine alkoholischen Getränke, die aus dem Obst hergestellt werden. Denn auch das Reichen von alkoholischen Proben ist verboten und wird hart bestraft. Du kannst das Zeug kaufen und dann trinken. Verkauft wird aber nur wochentags bis 20 Uhr und samstags bis 18 Uhr.
Heute am Sonntag haben wir wohl die letzte Fähre auf dieser Reise benutzt – wir sind in Trondheim. Eine Stadt, die wir schon ein wenig kennen, aber es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken. Nette Restaurants, leckere Pizzen und schnuckelige Kneipen, hier kann man es aushalten.
Hier die Strecke „Snåsa-Hindrem“ Hier die Strecke “ Hindrem-Trondheim“





























































