2026 Norwegen Woche 8

Røldal-Rysstad-Ulefoss-04-05-08-26

Am Dienstag sind wir in Røndal Ausnahmsweise mal von der Sonne geweckt worden. Das war in den vergangenen sieben Wochen eher selten der Fall. Hier in Røndal gibt es eine Stabkirche.

Die Røldal-Stabkirche wurde um 1200 gebaut und ist bekannt für ihr Kruzifix, das laut Legende heilbringende Kräfte besitzt. Die Kirche liegt zentral in Røldal und war im Mittelalter, sogar bis 1835, eines der wichtigsten Pilgerziele in Norwegen.

Deshalb gibt es auch mehr als genug Campingplätze in dem kleinen Ort. Wir waren nicht in der Kirche, können also nichts über die heilbringenden Kräfte sagen. Aber über die 10 Kilometer lange Langlauf-Loipe können wir berichten. Einen Teil davon bin ich abgelaufen. Eine schöne Strecke. Die gesamte Strecke ist mit Laternen ausgestattet. Wahrscheinlich für den Winterbetrieb. Für ein gutes Frühstück mit frischen Brötchen war auch gesorgt. Es gab einen Bäckerladen auf dem Campingplatz. Über den Preis der Brötchen herrscht Stillschweigen. Aber euch können wir es ja sagen. 30 Kronen/Stück. Die Fahrt zu unserem nächsten Ziel verlief wie fast immer im Nassen. Aber am Ziel wurden wir mit einem super Campingplatz belohnt. Ein Restaurant und eine reichlich ausgestattete sanitäre Anlage gibt es hier. Die haben sogar zwei Duschräume extra für Kinder. Das Essen war, wie alles hier, hervorragend.

Heute schlafen wir nicht an einem so komfortablen Ort. Wir stehen auf einem Platz nahe der Stadt Ulefoss. Auf dem Weg hierhin, den wir übrigens auch zum größten Teil im Nassen hinter uns gebracht haben, haben wir eine der 8 Schleusen des Telemark-Kanals besichtigt. Die Vrangfoss-Schleuse.

Mit insgesamt 8 Schleusen und 18 Schleusenkammern auf einer Länge von 105 Kilometern verbindet der Telemarkkanal zwischen Skien und Dalen die langen Seen im Wassereinzugsgebiet von Skien. Die 18 Schleusenstufen bewältigen einen Höhenunterschied von 72 Metern. Die größte Schleuse bei Vrangfoss hat 5 Kammern und eine Hubhöhe von 23 Metern.

Morgen hoffen wir auf besseres Wetter, denn das Ziel wird Oslo sein. Dort werden wir den Freitag und Samstag verbringen, bevor es am Sonntag auf die Fähre nach Kiel geht.

Hier die Strecke  Hier die Strecke

Ulefoss-Oslo

Das war die Reise 2026 durch den Norden. Es war eine entspannte Reise, leider nicht ganz so sonnig wie in den letzten Jahren. Wir können verstehen, dass die Menschen hier zufriedener leben. Es ist, als ob die Welt sich langsamer dreht. Das Miteinander ist völlig relaxt, kein Drängeln an der Kasse, kein Gehupe und ein Zebrastreifen ist ein Heiligtum, den kannst du blind mit dem Rad oder zu Fuß überqueren. Auch haben wir in den 8 Wochen nicht ein einziges Mal mit Bargeld gezahlt.

Für die letzten zwei Tage unserer Reise haben wir ein uns altbekanntes Quartier bezogen. Den Campingplatz unterhalb vom Holmenkollen. Die Stadt ist von hier aus gut mit dem Rad zu erreichen. In 12 Kilometern bist du mittendrin. Es gibt hier unzählige Museen und sogar eines, das nur einem Künstler gewidmet ist. Munch. Jeder kennt wahrscheinlich das Bild „Der Schrei“. Einige Nachwuchskünstler, oder auch richtige, ich weiß es nicht, haben vor dem Museum ihre eigene Interpretation des Bildes auf die Leinwand gebracht. Das Schönste wurde von den Passanten ausgewählt. Wir waren im 13. Stock und haben den Ausblick über die Stadt genossen. Das Museum haben wir als Kunstbanausen nicht besucht. Wir wüssten auch gar nicht, wie wir uns über 100 Exponate ansehen sollten. Aber die Stadt hat für uns genug andere Dinge zu bieten. Da ist die beeindruckende Architektur und die zum Verweilen an jeder Ecke existierenden Cafés und Restaurants. Und die Möglichkeit, die ganze Stadt mit dem Rad abzufahren, ohne mit dem Autoverkehr in Berührung zu kommen. Es könnte das Vorbild für so manche deutsche Stadt sein, man müsste nur mal hinschauen.

Ein dickes Danke an Wernfried! Er hat seine Freizeit geopfert, damit alle Texte fehlerfrei auf die Seiten kommen. Er ist aber auch der Meinung, wer noch kleine Fehler findet, darf sie behalten.

Das Gemälde „Der Schrei“ von Edvard Munch ist berühmt, weil es als zeitloses Symbol für universelle menschliche Ängste, Verzweiflung und Entfremdung gilt. Entgegen der landläufigen Meinung schreit die zitternde Figur auf dem Bild nicht selbst, sondern erlebt den „unendlichen Schrei, der durch die Natur geht“. Zudem machte der norwegische Maler das innere Seelenleben direkt durch geschwungene Linien und blutrote Farben sichtbar, was als Wegbereiter des Expressionismus gilt.

Woche 7