Trondheim-Hjerkinn-27-07-26
Sonntag haben wir einen schönen Abend in Trondheim verbracht. Hier gibt es noch eine lebendige Kneipenszene, so wie wir sie aus unserer Jugend kennen. Da wird Livemusik, Schach und Karten gespielt. Die Einrichtung gibt den Rest zur Gemütlichkeit. Am Montag bekam ich einen Hinweis von Wernfried, den Text nochmal zu korrigieren. Nichts ging mehr. Die Seite war tot. Selbst mit meiner Admin-Anmeldung keine Chance. Da half nur der direkte Weg zu dem Account. Nach langem Suchen habe ich dann die infizierten Dateien gefunden, allerdings war da mein Latein am Ende. Claus, der die Internetseite der Firma betreibt, hat mit stundenlanger Arbeit die Daten bis auf die letzten zwei Wochen wieder herstellen können. DANKE. Den Rest habe ich mit viel Aufwand wiederhergestellt. Jetzt sind wir wieder auf Stand und dank Claus gegen weitere Angriffe hoffentlich besser geschützt.

Hjerkinn-Vagå-28-07-26
Am Montag ist nicht viel passiert. Außer ein paar Stopps zur Kaffeepause keine Vorkommnisse. Nur Auto gefahren und darauf gewartet, dass Claus die Seite rettet. Was ihm ja auch gelungen ist. Aufregende Stunden waren das.
Nachdem wir gestern Abend die Seite wieder im Griff hatten, konnten wir den heutigen Tag genießen. Eine 7-Kilometer-Wanderung durch das Fokstumyra-Nationalreservat. Nach einer kurzen Fahrt war das Reservat erreicht. Wanderschuhe an und los geht’s. Es sollen eine Menge Vogelarten und noch einiges an anderen Vertretern der Tierwelt hier leben. Leider sind die Vögel und die anderen Kollegen nicht zuhause. Außer einer auf dem Rücken liegenden Libelle und gelegentlich einem kleinen Vogel war nichts zu sehen. Die wunderschöne Vegetation und der Blick in die Landschaft haben für das Fehlen der Tiere entschädigt.
In Vegå startet morgen ein Mega-Musikevent. Mit viel Glück haben wir einen der letzten Plätze auf dem Campingplatz bekommen.
Vågå-Sognefjellet-29-07-26
Da wir kein Interesse an Volksmusik haben, verließen wir Vågå und begaben uns auf die 108 Kilometer lange Landschaftsroute Sognefjellet. Die führt durch den Jotunheimen-Nationalpark. Ein Tag, wie du ihn dir nicht besser vorstellen kannst. Traumhaftes Wetter und unzählige Eindrücke. Das fing gleich zu Anfang bei einer Rast in Lom an. Eine alte Holzkirche und die Möglichkeit, sich quer durch das Dorf an einem Stahlseil über den reißenden Bach ziehen zu lassen. Am nächsten Halt an der 34 Meter hohen Elvester Sagensäule befindet sich das Elvester Hotel. Wir durften einen Blick ins Hotel werfen. Alter Schwede, so etwas hätten wir hier nicht erwartet. Eine Einrichtung, die sich sehen lassen kann, und überall alte Bilder. Eines war von 1840. Alle schön hinter einer Glasscheibe, müssen wohl wertvoll sein.
Ein Abstecher in eine 17 Kilometer lange Sackgasse führte uns zur Leirvassbu-Touristenhütte. Von dort starten die Wanderer zu ihren Touren. In dem Hotel kann man übernachten, aber einigen Hartgesottenen reicht das nicht für ein echtes Abenteuer. Die schlafen in Zelten und gehen zum Waschen an den ar—kalten See in der Nähe. Haben wir live gesehen. Nachdem wir die Sackgasse verlassen hatten, ging es weiter auf der Landschaftsroute. Nach vielen Stopps stehen wir hier nun alleine am Straßenrand mit direktem Blick auf einen Gletscher. Der Blick ist gigantisch, vor der Tür kleine Seen und ansonsten umgeben von kargen Bergen.
Sognefjellet-Hafslo-30-07-26
Ein Postkartenblick noch vor dem Aufstehen. Einfach die Fensterluke auf, und du findest dich wie in einem Traum wieder. Keine Autos, Menschen, keine Geräusche, einfach nur Natur. Nur wir alleine auf dem Planeten. Besser kann man nicht geweckt werden. Ein kleiner Spaziergang vor der Weiterfahrt zu einem Denkmal der 6 Reiter, nicht unweit von unserem Quartier.
Im März 1813 machten sich sechs Männer samt Pferden auf den Weg über das Gebirge, um dringend benötigtes Getreide zu besorgen. Die Gruppe geriet in einen schweren Wintereinbruch und erfror im Hochgebirge. Die Gedenksteine stehen am höchsten Punkt des Mefjell-Übergangs auf fast 1500 Meter Höhe.
Vorbei an einer der hier am Wegesrand eindrucksvoll gestalteten Toiletten und einer Installation, um die umliegenden Berge anzupeilen, ging es direkt in Sørheim ins nächste Café. Es war eine ehemalige Saftpressfirma. Die gibt es immer noch. Heute allerdings ein paar Kilometer weiter und etwas größer. Das nächste Café war schon etwas Besonderes. Erst sind wir vorbeigefahren, haben uns aber dann entschlossen umzudrehen. Ein kleines Abenteuer auf der Straße, die gerade mal so breit ist wie das Wohnmobil. Es war wohl ein alter Schuppen, aber wie so oft nett eingerichtet und eine frische Zimtschnecke geht immer. Vor der Schnecke kam aber erst mal die Besichtigung des Wasserfalls Feigefossen. Danach stand die Besichtigung der ältesten Stabkirche der Welt in Ornes auf dem Programm. Auf dem Fußmarsch zur Kirche war ein Obststand aufgebaut. Ohne Personal. Die Kasse war offen und prall gefüllt. Die haben wirklich Vertrauen hier, unglaublich. Wir haben uns natürlich eingedeckt. Echt lecker. Die Kirche wurde von 1130 bis 1350 erbaut und steht auf der Liste der UNESCO. Sie ist mehr als 900 Jahre alt.
Hafslo-Skulstamo-Eikangervåg-31-07-26; 01-08-26
Nach gut 6400 Kilometern haben wir viel erlebt. Wir konnten Bären, Elche und einige Vogelarten, inkl. Seeadler, in der Natur beobachten. Das Wohnmobil hat einiges einstecken müssen, denn die Straßen sind leider nicht immer geteert. Nachdem wir die letzten zwei Tage durch Dauerregen gefahren sind, ist auch die Dichtheit getestet. Es gibt also von den beiden Tagen nicht viel zu berichten. Außer dass wir in der Stadt Vik einen Käse gefunden haben, der hier im Ort hergestellt wird. Der Gamalost – echt lecker. Wir haben uns einen zugelegt. Er ist tiefgefroren und hält so ewig.
Gamalost (alter norwegischer Sauermilchschimmelkäse, wörtlich übersetzt „alter Käse“) wird traditionell auf dünnem Fladenbrot (Flatbrød) oder Brot mit reichlich Butter und süßen Preiselbeeren oder Römertopf-Marmelade gegessen.
https://www.kaesewelten.info/kasesorten/kuhmilch/gamalost/
Auf unserer heutigen Tour haben wir das Tal der weinenden Berge durchfahren. Es heißt nicht so. Das haben wir uns ausgedacht. Es läuft das Wasser aus jeder Bergritze. Ein Wasserfall neben dem anderen auf 30 Kilometern. Wir dachten schon, nachdem wir die Nacht ja direkt an einem Wasserfall geschlafen haben, es wird kein so mächtiger mehr kommen. Aber es kamen noch unzählige bis zu unserem heutigen Schlafplatz, einem Platz, an dem nur 3 Wohnmobile Platz haben. Ein Platz mit Familienanschluss. Echt nett hier, bis auf die Zufahrt. Wir mussten mit Anlauf eine steile Schotterrampe hoch. Beim dritten Versuch ist es uns dann endlich gelungen, die durchdrehenden Räder im Zaum zu halten. Christel hatte Puls.
Hier die Strecke Hier die Strecke von Samstag
Eikangervåg-Fusa-Røldal-02-03-08-26
Nachdem wir die steile Abfahrt von unserem Nachquartier mit Erfolg gemeistert hatten, waren es nur noch ein paar Kilometer bis Bergen. Wenn wir schon mal in der Gegend sind – ein Besuch in Bergen geht immer. Der Stadt hängt der Ruf an, dass es hier ständig regnet. Das können wir nicht bestätigen. Wir waren schon öfter hier, und es hat nie geregnet.
Im Hafen lag eine Luxusyacht mit dem Namen „DRAAK“. Sie ist 92,8 Meter lang. Durch einen Blick ins Internet haben wir herausgefunden, dass das nur ein Begleitschiff von einer noch größeren Yacht ist. Nach einem Bummel durch die Altstadt und einem Kaffee inkl. Zimtschnecke (wie immer geteilt) ging die Reise weiter. Vorbei an so manchem Bauernladen, bei dem ein Stopp immer lohnt.
So langsam nähert sich unsere Reise dem Ende. Die letzte Woche ist angebrochen. Am Sonntag fährt die Fähre in Oslo los. Mal schauen, was wir bis dahin noch so erleben.

























































































